In der heutigen Zeit wird man als Camper und Wohnmobilist überschüttet mit Werbung für irgendwelche Apps, die das eigene Campingerlebnis positiv beeinflussen sollen.

Aber welche Apps für Camper taugen wirklich etwas?

Wir stellen in diesem Ratgeber unsere persönlichen Favoriten zur Stellplatzsuche vor und zeigen euch weitere Apps, rund um Alltagsprobleme, Ausflugszielen und Zahlungen auf Reisen besonders hilfreich sein können.

Hinweis: Die folgende Liste enthält Apps, die das Team von Rent A Camper selbst auf Reisen nutzt und gerne weiterempfiehlt. Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Für die genannten Empfehlungen erhalten wir keine Provision oder sonstige Vergütung.

Die besten Camper-Apps zur Stellplatzsuche

park4night – App-Klassiker

Wer kennt sie nicht? Die App park4night erlangte spätestens mit Corona, als plötzlich viel mehr Menschen als sonst mit dem Wohnmobil und Camper loszogen, Bekanntheit. Viele Campingplätze mussten schließen, aber die Menschen brauchten trotzdem Plätze, wo sie übernachten konnten. Und so entwickelte sich eine Sammlung aus Stellplatz-Einträgen, mit Fokus auf Europa, durch eine sehr aktive und lebhafte Community.

Die App ist auch ohne Proversion nutzbar, bietet aber in der Proversion Features wie Filter, Routenplanung und Favoritenlisten. Auch bestimmte Plätze sind nur in der Proversion sichtbar.

Vorteil: intuitiv bedienbar, kostenlose Version verfügbar, viele Einträge durch Community
Nachteil: Eingetragene Plätze sind nicht immer legal, Strafen möglich

iOverlander

iOverlander funktioniert grundsätzlich ähnlich wie park4night, hat allerdings die meisten Einträge in Süd- und Mittelamerika, Afrika und Asien. Der Hauptfokus liegt hier also ganz klar außerhalb Europas, wobei man iOverlander auch in Europa nutzen kann, hier aber teils mit veralteten Einträgen rechnen muss.

iOverlander bietet neben klassischen Stellplätzen auch Einträge zu weiteren Dingen, die für klassische Overlander hilfreich sein können, etwa Waschsalons, Tankstellen, Wasserstellen u.v.m.

Vorteil: detailliertere und umfangreichere Informationen, toll für Reisen außerhalb Europas
Nachteil: vieles nur in der Proversion nutzbar, wirkt auf den ersten Blick überladen durch detaillierte Funktionen und erfordert Geduld, sich einzuarbeiten

Video: Nie wieder Stellplatzfrust

In diesem Video stellt Alexandra Görgen drei Apps zur Stellplatzsuche im Detail und mit ihren einzelnen Funktionen vor.

Mit diesen Apps findet dann garantiert jeder einen passenden Stellplatz!

Camping App EU – unsere liebste Camper App für Routenplanung in Europa

Unser persönlicher Favorit für Reisen innerhalb Europas und in Marokko ist die Camping-App EU. Eine übersichtlich gestaltete App von zwei engagierten Entwicklern, die selbst als Camper satt waren, auf illegalen Plätzen zu übernachten.

Deswegen wird hier jeder eingetragene Platz vor der Veröffentlichung nochmal vom Team auf Herz und Nieren geprüft. Ist dort das Stehen mit einem größeren Camper auch wirklich möglich und vor allem legal? Dadurch finden wir die App besonders toll für Camping-Neulinge und Einsteiger.


Das Tolle ist: Jeder, der über Rent A Camper einen Camper bucht, bekommt von uns einen Upgrade-Code für die Proversion geschenkt.

Vorteile: toll für Einsteiger, intuitiv bedienbar, auch in der kostenlosen Version viele Funktionen nutzbar

Die besten Camper-Apps zur Routenplanung

Es gibt die unterschiedlichsten Reisetypen – während die einen spontan von Tag zu Tag leben und jeden Tag aufs Neue entscheiden, an welchen Orten sie heute übernachten, gehen die anderen lieber auf Nummer sicher und planen ihre Route von A bis Z durch. Doch welche Camper Apps sind für eine zuverlässige Routenplanung besonders gut geeignet?

Allgemein

Im Allgemeinen empfehlen wir von Rent A Camper, mit dem Wohnmobil nicht mehr als 250km am Tag einzuplanen. Mit dem Wohnmobil hat man erfahrungsgemäß eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 40–50 km/h (wenn man alle Fahrten und Straßen mit einberechnet), sodass 250km am Tag, oft 4–5 Stunden Fahrt bedeuten.

Damit man nicht nur hinter dem Steuer sitzt und das schöne Camperleben abseits der Fahrerkabine verpasst, sollte man diesen Tipp also unbedingt beherzigen, wenn man seine Route plant. Um herauszufinden, ob sich die Reisevorstellungen mit der Realität vereinen lassen und die Wunschpunkte auf der Liste an Highlights, die man besuchen möchte, machbar sind, eignet sich besonders gut die Funktion der Kartenerstellung mit Google My Maps. Dort kann man verschiedene Punkte auf der Karte pinnen und diese bspw. als Route darstellen lassen.

Vorteil: Die Erstellung eigener Karten mit Google My Maps ist bisher kostenlos möglich.
Nachteil: Zur Nutzung ist Google-Konto ist dafür erforderlich, welches die meisten Menschen aber bereits durch ihr Smartphone besitzen dürften.

Google My Maps eignet sich gut als Camper App, um damit seine Route vorab grob zu planen

Unterschiedliche Länder – unterschiedliche Routenplanung

Je nach Land kommen aber weitere Herausforderungen bei der Routenplanung hinzu: Kann man die gewünschte Strecke überhaupt mit einem normalen Camper befahren oder ist ein Allrad erforderlich? Gibt es Tunnel oder Unterführungen, die ggf. nicht für meine Wohnmobilhöhe geeignet sind? Wenn das Fahrzeug über 3,5t wiegt, ist es auch wichtig, auf Gewichtsbeschränkungen zu achten.

Um auf seiner Reise dann nicht vor ungeahnte Schwierigkeiten gestellt zu werden, ist es sinnvoll, seine Route vorab zu planen. Je nach Land oder Kontinent gibt es verschiedene Apps, die dabei helfen können.

Afrika – beste Camping-App zur Routenplanung

Wer im südlichen oder östlichen Afrika unterwegs ist, der sollte sich unbedingt einmal die App Tracks4Africa anschauen. Mit der App hat man einen tollen Überblick über die meisten „Points of Interest“, wie zum Beispiel National- oder Naturparks, Campsites, Lodges, Restaurants, Tankstellen, Aussichtspunkte und viele mehr.

Einen ganzen Trip, rund um die vielen eingetragenen Points of Interest, kann man mit dem eigens entwickelten Trip-Planer von Tracks4Africa planen. Voraussetzung ist, dass man registriert ist.

Vorteil: Touristisch interessante Punkte sind in der App hinterlegt, vor allem praktisch, wenn man das erste Mal in Afrika unterwegs ist
Nachteil: Man muss sich registrieren

Australien und Neuseeland – KI-gestützte Routenplanung mit Campermate

Wer in Australien und/oder Neuseeland mit dem Camper unterwegs sein möchte, wird früher oder später bei seiner Recherche auf die App Campermate stoßen. Die App ist ähnlich aufgebaut wie das europäische park4night und ist eine Karte, mit vielen Einträgen im Bezug auf Stellplätze, Wanderrouten, Toiletten und sonstige Services, die für Reisende von Interesse sein könnten.

Seit neuestem bietet Campermate auch eine KI-gestützte Funktion an, bei der man seine Route komplett durchplanen lassen kann. Hier kann man das Snippet in Claude, ChatGPT oder andere genutzte KI-Systeme einfügen, um auf die Funktionen und das hinterlegte Wissen für die Routenplanung zuzugreifen. Ziemlich smart finden wir!

USA und Kanada

Die Anzahl an Sehenswürdigkeiten und Highlights in den USA und Kanada ist derart hoch, dass man bei einer manuellen Routenplanung schnell überwältigt sein kann und von der sogenannten FOMO – der „fear of missing out“ – heimgesucht wird. Wie soll man sich da bloß entscheiden, wo es hingeht?! Gut, dass es auch hier ein Hilfsmittel im Pocketformat gibt.

Mit der App Roadtrippers hat man die Möglichkeit, Start- und Endpunkt der Reise, sowie Daten anzugeben. Im Anschluss muss man sich entscheiden, ob man die Zwischenstopps auf der Reise selbst planen möchte, oder aber den autopilot nutzen möchte. Der autopilot ist AI-powered und greift auf die Informationen von über 42 Millionen real geplanten Roadtrips zu.

Damit der Trip so stark wie es geht auf die persönlichen Bedürfnisse und Wünsche zugeschnitten ist, gibt man die Anzahl der Reiseteilnehmer, das geplante Budget, die bevorzugten Interessen und bereits vorhandene Pläne an – dann nur noch kurz warten und voilà:Fertig ist die personalisierte Reiseroute.

Vorteil: viele Möglichkeiten, eine personalisierte Route zu erstellen oder erstellen zu lassen
Nachteil: Für manche Funktionen ist ein kostenpflichtiges Abo erforderlich

Europa – Route planen wie ein Profi

Während man bei den oben bereits genannten Apps wie park4night oder Camping App EU seine Reise von Stellplatz zu Stellplatz planen kann, bietet Furkot hingegen zusätzliche Funktionen. So kann man unter anderem von Datum zu Datum planen, die Fahrzeugart und auch die bevorzugte Unterkunftsart auswählen. Hier hinterlegte Points of Interest beinhalten unter anderem Naherholungsgebiete an Strand und Wasser, Möglichkeiten für Outdooraktivitäten oder Sport, kulturelle Veranstaltungen, Panoramastraßen und vieles mehr.

Vorteil: kostenfreie Nutzung, viele Funktionen
Nachteile: Design wirkt wenig modern, man braucht Zeit, um alle Funktionen zu erörtern

Furkot ist ein tolles kostenloses Tool, mit dem man die Route für die nächste Reise detailliert planen kann

Apps rund um Wetter und Natur

Wer mit dem Camper oder Wohnmobil verreist, ist zweifelsohne viel näher an der Natur, als jemand, der in einem Hotel einen All-inclusive-Urlaub gebucht hat.

Man ist ja auch viel abhängiger vom Wetter im Camper: Versinkt der Stellplatz im Matsch, wenn es regnet? Habe ich im Innenraum überhaupt genug Platz bei schlechtem Wetter? Kann ich die Markise ausgerollt lassen, während ich unterwegs bin, oder ist Sturm gemeldet? Scheint genug Sonne, damit die Solaranlage auf dem Dach meines Campers genug Strom produziert?

Diese und viele weitere Dinge muss bzw. sollte man im Hinterkopf behalten. Um immer gut vorbereitet zu sein, eignen sich unserer Meinung nach folgende Apps besonders gut:

windy – praktische App fürs Camping und Wassersportler

Nicht nur Wassersportler wie Segelfreunde und Surfer profitieren von den Vorhersagen der App windy, sondern auch Camper können die Entwicklung des Windes genau im Blick behalten.

Wer mit seinem Camper quer zum Wind steht, wird ordentlich durchgeschüttelt, was vor allem nachts lästig sein kann. Aber auch in puncto Campingmöbel und Markise ergibt es Sinn, den Wind im Blick zu halten, damit nichts wegfliegt oder zu Schaden kommt.

Bei windy kann man stunden­genau die Entwicklung der Windrichtung und Stärke an dem jeweiligen Standort verfolgen.

Vorteile: intuitiv und verständlich
Nachteile: Nicht alle Funktionen sind ohne Abo nutzbar.

Tide-Chart

Wer am Meer (insbesondere rund um die Nordsee oder den Atlantik) unterwegs ist, der sollte sich vorab unbedingt eine Tide-Chart/App herunterladen. Eine Tide-Chart ist ein Gezeitendiagramm bzw. ein Tidenkalender, der grafisch oder tabellarisch abbildet, zu welchen Uhrzeiten an dem ausgewählten Küstenort Hoch- und Niedrigwasser herrscht.

Je nach App sieht man genaue Uhrzeiten und auch den Tidenhub, also die Höhe des Wasserspiegels, sowie den Unterschied zwischen höchstem und niedrigstem Wasserstand. Das alles ist zum einen sicherheitsrelevant und zum anderen kann man mit diesen Informationen auch gewisse Aufenthalte an Stränden, die nur bei Ebbe begehbar sind, besser planen.

Sonnenverlaufs-App

Eine App, um den Sonnenverlauf zu verfolgen, dürfte für all diejenigen interessant sein, die daran interessiert sind, ihre Urlaubsfotos zur goldenen Stunde zu schießen. Entsprechende Apps zeigen einem neben Sonnenauf- und ‑Untergangs­uhrzeit auch an, wie der Sonnenverlauf generell ist und wann die goldene Stunde beginnt.
Gute Erfahrungen haben wir mit Solarwatch gemacht.

Welche Camper Apps kann man noch gut gebrauchen?

Outdooraktivitäten

Wer auch im Urlaub gerne aktiv unterwegs ist und viel Wert auf Bewegung legt, der ist gut beraten mit Apps wie komoot oder Alltrails. Mit diesen Apps kann man Outdooraktivitäten wie zum Beispiel Wandern, Trekking, Radfahren oder Laufen planen, navigieren und aufzeichnen.

Auf bereits eingetragenen Strecken kann man auf Streckeninformationen wie Höhenprofile, Zustand der Strecke, Anforderungsprofil oder Schwierigkeitsgrad zugreifen.

Auch selbst kann man neue Strecken anlegen und mit Informationen und Bildern bestücken, sodass die Community davon profitiert. Die GPX-Daten der eingetragenen Routen lassen sich ganz einfach exportieren und auch in anderen Apps wie z. B. Locus Map Lite oder aber auf GPS‑Geräten und Smartwatches nutzen.

Vorteil: viele Möglichkeiten, seine Freizeit aktiv zu planen und zu verbringen
Nachteil: In der Gratisversion sind oft nur die Regionen einsehbar, wo man sich derzeit befindet

Übersetzer – wichtige App für alle Camper!

Die wenigsten Touristen beherrschen die Sprache eines fremden Ziellandes perfekt, und auch wenn man durch kleine Sprachfetzen wie „Hallo“, „Bitte“, „Danke“ und „Tschüss“ auf Landessprache mächtig Pluspunkte bei den Einheimischen sammelt, kommt man damit nicht immer ans Ziel.

Hilfreich sind dann Tools wie Google Übersetzer oder aber Deepl. Beide Tools sind kostenlos nutzbar.

Währungsrechner

Im Euroraum ist die Umrechnung von Währungen schon lange kein Thema mehr – anders schaut es aber aus, wenn man beispielsweise nach Norwegen, Schweden, Island und Marokko reist, oder sogar Fernziele ansteuert.

Wer kennt schon aus dem Kopf heraus den Gegenwert von namibischen Dollar, marokkanischen Dirham oder isländischen Kronen? Damit ihr auf dem Wochenmarkt und auch sonst nicht übers Ohr gehauen werdet, oder versehentlich viel mehr Geld ausgebt, als euch lieb ist, empfehlen wir die Installation eines Währungsrechners auf dem Handy.

KI als Hilfsmittel für Camper

Die KI ist aus dem Alltag vieler Menschen einfach nicht mehr wegzudenken. Auch auf Reisen können Tools wie ChatGPT, Gemini und Claude durchaus hilfreich sein. Dort, wo bspw. klassische Übersetzungs-Apps an ihre Grenzen stoßen (bspw. bei lokalen Akzenten wie marokkanischem Darija), kann KI eine Hilfe sein. Aber auch beim Erstellen individueller Packlisten, der Inspiration für die Planung eurer Reiseroute, oder aber Rezept-Inspiration zur Resteverwertung überzeugen die KI-Systeme.
Vorteil: schnelle Antworten, kostenlose Nutzung, vielseitige Einsatzmöglichkeiten
Nachteil: Antworten können falsch sein und sollten immer nochmals nachrecherchiert werden, insbesondere bei Routenplanungen bspw.!

Fazit • beste Camper Apps

Ob Stellplatzsuche, Routenplanung, Wettervorhersage oder die schnelle Übersetzung unterwegs: Die passenden Apps können das Reisen mit dem Camper an vielen Stellen einfacher machen. Sie helfen bei der Vorbereitung, lösen kleine und größere Probleme unterwegs und manchmal führen sie sogar zu Orten, die man ohne sie gar nicht entdeckt hätte!

Welche Apps am Ende auf eurem Smartphone landen, hängt natürlich davon ab, wie und wohin ihr reist. Während die einen am liebsten alles bis ins kleinste Detail im Voraus planen, bleiben andere lieber spontan und flexibel. Deshalb gilt: Ausprobieren, Favoriten finden und nur das behalten, was euch unterwegs wirklich weiterhilft!

Und jetzt seid ihr dran: Welche Camper Apps dürfen auf euren Reisen auf keinen Fall fehlen? Habt ihr einen Geheimtipp, eine App die euch regelmäßig aus der Patsche hilft, oder Erfahrungen mit den hier genannten Apps gemacht? Dann teilt eure Empfehlungen und Erfahrungen gerne mit uns! So wächst die Liste mit jedem Tipp ein kleines Stück weiter. Und vielleicht entdeckt dadurch jemand anderes seinen neuen Lieblings-Reisebegleiter fürs Smartphone!

Autorin: Alexandra Görgen

Dieser Ratgeber wurde verfasst von Alexandra Görgen, Reiseberaterin bei Rent A Camper.

Gerne hilft sie euch bei der Suche nach einem passenden Gefährt für eure Wohnmobil-Reise. Mit Campern und Wohnmobilen kennt sie sich bestens aus, denn auch sie selbst verreist am liebsten mit dem Camper.

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