Mit dem Camper von Maun nach Kasane
Die Fahrt mit dem Camper durch Botswana war wirklich ein selten spektakuläres Erlebnis. Der Artenreichtum der Tiere ist beeindruckend, die Gastfreundlichkeit und Gelassenheit der Einwohner mindestens genauso. Ein tolles Land, das sich hinter Namibia und Südafrika sicherlich nicht verstecken muss.
Die Campingplätze waren durchweg alle gut und sauber. Im Juni ist eine Reservierung der Campingplätze nicht unbedingt nötig, und Savuti ist sowieso ausgebucht. Ratsam ist es dennoch, denn über viele Parzellen verfügen die Campingplätze nicht.

1. Tag: Ankunft in Maun

Nach Ankunft am Flughafen ging es zügig durch die Passkontrolle und anschließend zum Sedia Hotel, welches auch einen Campingplatz besitzt.
Abends kann man dort gemütlich am Pool einen Sundowner trinken oder etwas Einfaches aber Schmackhaftes zu essen bestellen. Alle Einrichtungen des Hotels stehen auch für die Campinggäste zur Verfügung.
2. Tag: South Gate Moremi

Nach der Einweisung in das Fahrzeug mit Driver Training mit all seinen Sonderheiten ging es am nächsten Morgen los. Erster Anlaufpunkt war natürlich der Spar in Maun, wo es alles für einen Camping-Urlaub zu kaufen gibt. Feuerholz habe ich später besorgt.
Die erste Überraschung am Campingplatz South Gate Moremi war ein Elefant, der entspannt und völlig ungestört am Wasserloch neben den Waschräumen trank. Er hatte seine Ruhe und sein Wasser, wir unser Fotomotiv. Am Abend gab es dann das erste Braai (BBQ) am eigenen Feuer.
3. Tag: Khwai Hippopool

Der Campingplatz trägt seinen Namen zu Recht. Nilpferde nahmen gemütlich ein Bad im Fluss und ließen sich von den wenigen Campern nicht stören. Am Nachmittag fand natürlich eine Fahrt im Mokoro-Einbaum-Boot statt. Zu sehen gab es neben Flusspferden auch interessante Vögel wie den Bienenfresser oder den Eisvogel (Eisvogelarten gibt es deutlich mehr als bei uns).
Der Mitarbeiter vom Campingplatz machte abends ein Feuer aus Reisig, trockenen Ästen und Elefantendung, um die wilden Tiere nicht einzuladen. Es ist das Feuer, was die Tiere fernhält, nicht der Dung, den riecht man als solchen nicht.
Nachts sollte man sein Dachzelt übrigens nicht mehr verlassen, der Campingplatz ist nicht umzäunt und die Nacht gehört den Tieren. Ein Trichter und eine leere Wasserflasche sollten nicht fehlen.
4. Tag: Thobolos

Die lange Fahrt durch den Nationalpark war durch die sandigen Straßen tatsächlich sehr herausfordernd.
Auch ich habe den Savuti Campingplatz nicht buchen können, er war schon ausgebucht, wie üblich. Die Fahrt vorbei an Wasserlöchern mit der beeindruckenden Tierwelt ist in besonderer Erinnerung geblieben, auch wenn das Wetter vieles trockengelegt hat.
Nach der Fahrt mussten bei Ankunft in Thobolos erstmal die Elefanten am Wasserloch besichtigt werden. Die Dickhäuter ließen sich nicht stören und genossen das kühle Nass. Ein Dinner mit Blick auf die Elefanten habe ich mir selbstverständlich nicht nehmen lassen. Der Sternenhimmel war einmalig.
5. Tag: Mujenje

Mit großer Freude bin ich wieder auf Teer gefahren, eine richtige Tankstelle gab es nach etlichen Kilometern auch. Der Campingplatz von Mujenje liegt eigentlich am weitläufigen Fluss – eigentlich. Der Fluss war ausgetrocknet!
Am nächsten Morgen konnte ich eine Birdwatching-Tour mit einem einheimischen Guide machen. Die Tour begann in der Kühle um 6.30 Uhr. Fast 30 unterschiedliche Vogelarten haben wir in der kurzen Zeit gesehen. Vom Pelikan bis zu den kleinen Robins. Eine kleine Herde Zebras beäugte uns vorsichtig aber doch ziemlich entspannt.
6. Tag: Chobe Safari Lodge (Kasane)

Die Fahrt nach Kasane dauerte nicht lange, die Straße war durchgängig geteert.
Die Chobe Safari Lodge ist nach den vielen kleinen Campingplätzen gefühlt ein riesiges Hotel mit Pool, zwei Restaurants, Bootanlegestelle und natürlich einem Campingplatz wie aus einer anderen Welt. Zahlreiche Touristen aus aller Herren Länder versammeln sich zur Tierbeobachtung.
Die abendliche Bootsfahrt auf dem Sambesi mit 12 anderen Gästen war der Hammer. Elefanten, Marabus, Nilpferde, Büffel, afrikanische Störche, Krokodile, Warane, Kudus und vieles mehr kann aus kurzer Distanz in Ruhe fotografiert und besichtigt werden.
7. Tag: Rückgabe des Campers am Flughafen Kasane

Die Abgabe des Campers am nächsten Morgen am Flughafen tat etwas weh. Unzählige Eindrücke, Hunderte von Aufnahmen und schöne Erinnerungen an die Einheimischen haben ein einzigartiges Bild von diesem zauberhaften Land entstehen lassen. Dazu mein verlässlicher Begleiter.
Der Toyota Landcruiser von Travel Adventures Botswana hat mich nie im Stich gelassen. Gemeinsam haben wir den sandigen Pisten getrotzt und sind durch dick und dünn gefahren.
Fazit: Lohnt sich eine Camper-Reise durch Botswana?
Ja, eine Selbstfahrerreise durch Botswana mit einem Allradcamper lohnt sich für alle, die Abenteuer, unberührte Natur und intensive Tierbeobachtungen suchen. Kaum ein anderes Reiseziel in Afrika bietet eine vergleichbare Kombination aus spektakulären Nationalparks, ursprünglicher Wildnis und dem Gefühl echter Freiheit. Mit einem geländegängigen Camper erreicht man abgelegene Regionen auch gut auf eigene Faust und erlebt Botswana besonders authentisch.
Allerdings ist eine solche Reise kein klassischer Campingurlaub. Die teils anspruchsvollen Pisten, Tiefsandpassagen und großen Entfernungen erfordern Fahrpraxis, eine gute Vorbereitung und die Bereitschaft, auf Komfort zu verzichten. Auch mich haben sie teilweise ganz schön herausgefordert. Wer sich darauf einlässt, wird jedoch mit einzigartigen Naturerlebnissen, beeindruckenden Tierbegegnungen und unvergesslichen Sonnenuntergängen belohnt.
Für erfahrene Selbstfahrer und Naturliebhaber ist Botswana mit dem Allradcamper daher eines der faszinierendsten Reiseziele Afrikas und sicherlich ein echtes Abenteuer, das noch lange in Erinnerung bleibt.

Autor: Gero Spoerer
Dieser Erfahrungsbericht wurde verfasst vom Gründer und Geschäftsführer der Firma Rent A Camper. Gero Spoerer ist schon in vielen Ländern unterwegs gewesen und hat inzwischen viele Erfahrungen gesammelt, die er gerne mit den Leser:innen teilt.
