Südafrika gehört unserer Meinung nach zu den vielfältigsten Reisezielen der Welt – und wer neben geschichtsträchtigen Städten auch die wilde Seite des Landes entdecken möchte, der kommt wohl an einem Nationalpark-Besuch in Südafrika nicht vorbei.
Egal ob es dich in den „Busch“, an die schroffen Küsten oder in die weiten Ebenen treibt – eines ist sicher: Das Land bietet mit seinen vielen tollen Nationalparks eine kaum vergleichbare Vielfalt an Flora und Fauna, die nicht nur Rückzugsorte für bedrohte Tierarten bieten, sondern derweil auch beliebte Spots für Abenteuerlustige, Fotograf:innen und Erholungssuchende sind.
Wir stellen dir in diesem Artikel 5 besonders schöne Naturparks vor, die du als Selbstfahrer mit Mietwagen oder Allradcamper mit Dachzelt besonders gut erleben kannst.
1. Kruger Nationalpark: einer der bekanntesten Nationalparks in Südafrika
Der Kruger Nationalpark in Südafrika ist nicht nur der älteste, sondern auch der berühmteste Nationalpark dort. Mit knapp 20.000 Quadratkilometern bietet dieses besondere Schutzgebiet einen Lebensraum für eine riesige Artenvielfalt. Besonders beliebt ist er bei Touristen, die gerne die sogenannten „Big Five“ in freier Wildbahn erleben und beobachten: Elefant, Löwe, Leopard, Nashorn und Büffel.
Besonders gut geeignet ist der Park für alle die als Selbstfahrer gern auf eigene Faust oder im Rahmen einer geführten Safari-Tour den Park erkunden möchten. Inzwischen ist die Infrastruktur hervorragend ausgebaut, es gibt zahlreiche Camps und Lodges, sowie gut erreichbare Wasserlöcher und Plattformen zur Wildtierbeobachtung.
Übrigens: die Dichte an Wildtieren ist hier besonders hoch, sodass es sehr wahrscheinlich ist, dass dir auch weitere Exoten wie bspw. Zebras, Nilpferde, Giraffen, Krokodile oder diverse Antilopenarten vor die Linse laufen.
Ein besonders aufregendes Highlight ist übrigens eine Nacht-Safari – es gibt ein Sprichwort das sagt: „der Tag gehört den Menschen und die Nacht den Tieren“. Genau so scheint es zu sein, denn Nachts erwacht der Park erst so richtig zum Leben.
Alle Highlights im Kruger Park auf einen Blick:
- Big Five in natürlicher Umgebung beobachten
- Selbstfahrer-Routen
- geführte Safari-Touren
- Nacht-Safari für Raubtier Beobachtungen sind ein besonderes Erlebnis
Wer mehr Zeit mitbringt, dem empfehlen wir mindestens 2-3 Tage Zeit einzuplanen für die Fahrt auf der Panorama Route & zum Blyde River Canyon.
Beides liegt von Johannesburg kommend je nach Strecke ohnehin auf der Route.

Unsere Empfehlung: Lodges und Campsites in und um den Kruger Nationalpark solltest du frühzeitig buchen! Oft sind die Plätze Monate im Voraus ausgebucht. Spontan einen Platz zu finden, ist also eher unwahrscheinlich!#
2. Table Mountain Nationalpark in Südafrika
Highlights im Table Mountain Nationalpark auf einen Blick:
- Seilbahnfahrt hoch auf den Tafelberg mit anschließendem Panoramablick
- Wanderroute Pipe Track
- Boulders-Beach mit Pinguinbeobachtung
- Besuch des Kap der guten Hoffnung
- Fynbos Vegetation & Artenvielfalt
Nur einen Katzensprung von Kapstadt entfernt liegt der Table Mountain Nationalpark. Dieser erstreckt sich mit 221 Quadratkilometern über die ikonische Tafelberg-Kette und die Küstenregion, bis hin zum Kap der guten Hoffnung. Hauptsächlich bekannt ist er wegen der spektakulären Aussichtspunkte und der Nähe zur Stadt, die einem einen guten Mix aus Kultur- und Naturerlebniss bietet.
Sportive können den Berg per Wanderung erklimmen, wer es sich einfach machen möchte, der nimmt die Seilbahn hinauf. Auf der anderen Seite wartet der Boulders-Beach mit seinen niedlichen Pinguinen darauf, von dir entdeckt zu werden. Das Kap lässt sich auf abwechslungsreichen Wanderwegen erkunden und bietet den ein oder anderen schwindelerregenden Part entlang der Küste.
Beliebte Strecken zum Wandern sind beispielsweise der Pipe Track oder eine Tour zum Kap direkt – aber auch per Fahrzeug ist die Region gut zu erreichen für einen Tagesausflug. Mit ein bisschen Glück kannst du hier sogar Delfine und Wale im Wasser beobachten!


3. Addo Elephant Nationalpark in Südafrika
Zwar könnte man aufgrund des Namens vermuten, dass sich hier hauptsächlich Elefanten beobachten lassen, allerdings ist der Addo Elephant National Park unserer Recherche nach der einzige Park weltweit, in dem sich sogar die Big Seven beobachten lassen! Das heißt neben großen Landtieren, hast du hier sogar die Möglichkeit, mit ein klein wenig Glück weiße Haie und Wale zu beobachten.
Der Park liegt in der Nähe der Stadt Port Elizabeth und ein Besuch lässt sich wunderbar mit einem ohnehin empfehlenswerten Roadtrip entlang der Garden Route verbinden. Das tolle an diesem Park ist, dass das Gebiet praktisch als malariafrei gilt – somit kannst du deinen Besuch hier sorgenfrei genießen.
Zwar ist der Park „nur“ der drittgrößte und für den Besuch reicht meist ein halber bis ein Tag aus – dennoch: ein bisschen mehr Zeit hier zu verbringen und beispielsweise eine tolle Wanderung zu unternehmen, lohnt sich allemal!
Alle Highlights im Addo Elephant Nationalpark auf einen Blick:
- Wander- und Trekkingtouren unternehmen; bspw. den Alexandria-Trail
- 4×4 Safari-Touren
- geführte Meeres-Öko-Touren
- Vogelbeobachtung
- Fischen gehen
Es gelten besondere Zutrittsbestimmungen zu diesem Park, über die ihr euch vorab informieren solltet, um nicht abgewiesen zu werden. Mehr Infos gibt’s hier.

4. Tsitsikamma Nationalpark – Naturparadies für Abenteuerlustige
Highlights im Tsitsikamma Nationalpark auf einen Blick:
- Otter-Trail: 5-tägige Trekkingtour entlang von Küsten- und Waldlandschaften, vorbei an zahlreichen Wasserfällen, Bächen und Flüssen
- Auch viele Tageswanderungen möglich: bspw. Waterfall Trail und Blue Duiker Trail
- Schwindelerregende Hängebrücken
- Wal- und Delfinbeobachtung im Winter
- Bungee-Jumping von der Bloukrans Bridge
- Schutzgebiet erstreckt sich über die Grenze der Küste hinein ins Meer
Der Tsitsikamma Nationalpark in Südafrika ist ein bekanntes Schutzgebiet, dass sich entlang der Garden Route zwischen Eastern Cape und Western Cape erstreckt. Bekanntheit hat dieser Park durch die beeindruckende Küstenlinie, die ursprünglichen Wälder und Pflanzen und die beliebte „Otter Route“ erlangt.
Dass sich hier alles ums Thema Wasser dreht, lässt sich mit ein bisschen Background Recherche am Namen erkennen: Der Ursprung des Wortes leitet sich aus der Khoekhoe-Sprache ab. Die einzelnen Silben „tse-tsesa“ bedeuten wohl soviel wie „klar“, „gami“ hingegen „Wasser“ – der Name bezieht sich verschiedener Interpretationen nach also wahrscheinlich auf das Klare Wasser des Tsitsikamma-Flusses, oder aber generell darauf, dass dort viel Wasser vorhanden ist „Ort mit viel Wasser“.
Die Grenze des Nationalparks verläuft also nicht übereinstimmend mit der Küstenlinie, sondern reicht noch 5 Kilometer weiter ins Meer hinaus und bietet somit einen wertvollen Schutzraum für gezeitenabhängige Lebewesen, Riffe, Tiefseefische, Delfine, Wale und viele mehr.
Unser Tipp: Einfach mal eine Pause einlegen und der dröhnenden Brandung des indischen Ozeans dabei zusehen, wie sie unermüdlich gegen die gewaltigen Felsformationen der Küste prescht und dabei die salzige Meeresluft genießen. Mit ein bisschen Glück erhascht ihr weiter draußen (mit einem Fernglas) ja sogar ein paar der Meeresbewohner!

5. Pilanesberg Nationalpark in Südafrika – Safariabenteuer inmitten alter Vulkane
Die meisten internationalen Flüge landen in Johannesburg. Nur etwa 3 Stunden Fahrt entfernt liegt der Pilanesberg Nationalpark. Dieser befindet sich in einem riesigen alten Vulkankrater – und genau das macht den Pilanesberg Nationalpark so besonders, denn: Die Vegetation ist geprägt von einem Mix bzw. dem Übergang der Trockenheit der Kalahari und der feuchten „Lowveld“-Vegetation.
Genau das schafft hier die einzigartigen und ganz speziellen Bedingungen, die nicht nur den legendären „Big 5“ – in diesem Fall Elefant, Büffel, Nashorn, Leopard und Löwe – sondern auch Wildhunden, diversen Antilopen und über 360 Vogelarten (u.v.m) auf ganzen 572 Quadratkilometern eine geschützte Heimat bieten. Und genau das sollte man auf der Suche nach den Big Five nicht aus den Augen verlieren. Auch wenn diese spektakulär sind, liegen die besonders raren Erlebnisse meistens in den kleineren Begegnungen. Ein besonders hübscher Vogel oder eine unscheinbare Antilope? Haltet einfach die Augen offen!
Besonders hohe Chancen auf spannende Tierbegegnungen habt ihr übrigens in den Morgen- und Abendstunden, da die Tiere dann meist am aktivsten sind. Zudem ist auch in der sogenannten „goldenen Stunde“ das Licht am schönsten, sodass ihr hier ganz sicher ein paar tolle Fotos schießen könnt.
Highlights des Pilanesberg Nationalparks auf einen Blick:
- Nicht nur Big 5, sondern zahlreiche andere, seltene Tierarten können hier beobachtet und fotografiert werden
- Vulkanlandschaft und der Mix aus Feuchtigkeit und Trockenheit schafft eine einzigartige „Übergangszone“
- lt. unterschiedlicher Quellen malariafreie Zone und somit entspannter, sorgenfreier Urlaub möglich
Persönlicher Tipp: Die beste Reisezeit zur Tierbeobachtung ist die Trockenzeit zwischen Mai und September. Die Tiere versammeln sich dann an den Wasserlöchern und Dämmen und können noch besser fotografiert werden!

Weitere Tipps für den Besuch von Nationalparks in Südafrika:
In Südafrika haben alle Parks unterschiedliche Bestimmungen den Besuch betreffend. Am besten informiert ihr euch vorab auf der Seite der Südafrikanischen Nationalparks hierüber, da sich Vorschriften und Regeln auch spontan ändern können. Auch Unterkünfte wie Lodges oder Campsites solltet ihr möglichst weit im Voraus buchen, da diese teils Monate vorher schon ausgebucht sein können.
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Autorin: Alexandra Görgen
Dieser Blogartikel wurde verfasst von unserer Kollegin Alexandra, welche auch für Rückfragen zum Thema Reisen mit Mietcampern in Südafrika zur Verfügung steht.
In diesem und vielen weiteren Artikeln teilt sie ihre liebsten Tipps rund ums Thema Urlaub und Camping abseits bereits ausgetretener Touristenpfade mit euch.
