Wusstest du, dass es in Chile über 40 Nationalparks gibt? Jeder von Ihnen ist einzigartig schön,hält unfassbare Naturwunder bereit und bietet seltenen, oder gar vom Aussterben bedrohten Arten eine Heimat. Egal ob du Berge, Wasserfälle, Wälder, Flüsse oder Gletscher entdecken willst: in Chile musst du dich nicht entscheiden, du kannst nämlich alles haben!

In diesem Artikel möchten wir die 6 besonders schöne Nationalparks in Chile ans Herz legen, die du dir für deine nächste Reise vormerken solltest. Schnür schon mal die Wanderstiefel – es gibt so einiges zu entdecken!

Torres del Paine – einer der bekanntesten Nationalparks in Chile

Der Torres del Paine Nationalpark im chilenischen Patagonien ist wohl einer der bekanntesten Parks und fasziniert die Menschen mit seiner spektakulären Kombination aus steilen Granittürmen, den sogenannten „Torres“, riesigen Gletschern, wie zum Beispiel dem Grey-Gletscher, türkisleuchtenden Seen, wie dem Lago Pehoé oder dem Lago Nordenskjöld und Steppe, in der sich nur wenige Pflanzen den rauen peitschenden Winden widersetzen können.

Manche der markanten Torres ragen bis zu 2850 Meter in den Himmel hinauf, der höchste, der „Paine Grande“ misst sogar 3050 Meter.

Flora und Fauna in diesem Park sind wirklich beeindruckend und du kannst hier unter anderem Pumas, Guanakos, Darwinnandus und Andenkondore beobachten. Der Park umfasst verschiedene Ökozonen, wie beispielsweise die Magellan-Tundra oder den Südbuchenwald. Bist du zur richtigen Jahreszeit hier, blühen tausende Orchideen und verleihen der Landschaft hübsche Farbtupfer.

Highlights im Torres del Paine Nationalpark:

  • Wanderungen: W Trek, O-Circuit
  • Blick auf das patagonische Inlandseis möglich
  • epische Lichtstimmung mit cinema-tauglichen Fotomotiven
  • Abwechslungsreichtum zwischen Gletschern, Seen, Bergen

Reiseberaterin bei Rent A Camper: Natalie Bremke

Unsere Kollegin Natalie Bremke war erst kürzlich selbst mit dem Camper in Chile unterwegs. Was sie auf ihrer Reise erlebt hat und welche Route sie euch empfehlen kann, lest ihr hier:

Auch wenn es darum geht, den richtigen Camper für eure Reise durch Chile zu finden, steht sie gerne für Rückfragen bereit.


Lauca Nationalpark in Chile

Highlights im Lauca Nationalpark auf einen Blick:

  • perfekt für Trekking, Camping und weitere Outdoor-Aktivitäten
  • Salzsee „Salar de Surire“ & Thermalquellen
  • Lavafelder durchwandern
  • Angeln
  • Dorf Parinacota besuchen, um einen authentischen Einblick in das Leben von Ureinwohnern zu erlangen
  • heiße Quellen von Jurasi

Der Lauca Nationalpark im Norden von Chile zeichnet sich vor allem durch seine hochandine Landschaft aus. Hochandin bedeutet, dass der Park auf Höhen von 3000 bis 6300 Metern liegt. Auch der im Park gelegene Lago Chungará ist berühmt, denn er ist mit 4520 Metern einer der höchstgelegensten Seen der Welt.

Neben Seen gibt es hier natürlich noch weitere Naturhighlights, unter anderem Vulkane, die über 6000 Meter hoch in den Himmel ragen. Der Parinacota und der Pomerape gehören zu den bekanntesten. Man kann es sich schon fast denken, weswegen die Leute bei diesen Höhen hierher kommen: zum Bergsteigen, Wandern und Klettern.

Dabei sollte man aber berücksichtigen, dass bei Höhenlagen über 4000 Metern manche Menschen dazu neigen, die sogenannte Höhenkrankheit zu entwickeln, bei der der niedrigere Partialdruck der Atemluft für eine geringere Sauerstoffaufnahme sorgt. Dies wiederum verursacht unangenehme und teils gefährliche Symptome. Eine Akklimatisierungsphase ist also vor einem Besuch ratsam, um möglichen Komplikationen so gut es geht vorzubeugen. Die meisten Besucher akklimatisieren in Putre, was auf 3500 Metern Höhe liegt.

Auch dieser Park beherbergt übrigens eine enorme Artenvielfalt: flauschige Vikunjas, oder edel anmutende Taruca-Andenhirsche, teilen sich mit Vizcachas, Pumas, Guanakos und diversen Vogelarten das Revier.


Huerquehue Nationalpark in Chile

In der Nähe von Pucón liegt dieser recht unbekannte Nationalpark im valdivianischen Regenwald, der vor allem aus den sogenannten „Monkey-Puzzle-Trees“ besteht. Die „Araucarie Araucana“, wie sie im Fachjargon genannt wird, ist so besonders, da sie als lebendes Fossil gilt. Bereits zu Zeiten als Dinosaurier noch lebten, existierten diese besonderen Nadelbäume bereits.

Neben Bäumen kommst du aber auch hier in den Genuss von bilderbuchreifen Bergseen, Flüssen, Bächen und Lagunen. In majestätischer Erhabenheit thront der Vulkan Villarrica über den Nationalpark – still, erhaben und wachend.

Schon gewusst? Der Name „Huerquehue“ stammt aus der Mapuche-Sprache und bedeutet soviel wie „Ort der Boten“, was sich auf das „Flüstern“ des Waldes bezieht. Schöne Vorstellung, findest du nicht auch?

Die schönsten Highlights in Huerquehue auf einen Blick:

  • Wanderung um die Seen Chico, Verde und Toro über den Ñirrico-Weg
  • Tinquilco See – Trufulco Waterfall – Chico See
  • San-Sebastian-Weg
  • Laguna Angelina

Vicente Pérez Rosales – einer der beliebtesten Nationalparks in Chile

Highlights im Vicente Pérez Rosales Nationalpark auf einen Blick:

  • auch weitere Outdoor-Sportarten möglich: Mountainbiken, Kajak fahren, Wildwasser-Rafting
  • Petrohué Wasserfälle
  • Aufstieg oder Umwanderung des Osorno
  • Lago Todos los Santos – einer der schönsten Seen in Chile
  • Vulkane Osorno, Puntiagudo und Tronador

Der Nationalpark Vicente Pérez Rosales nach dem gleichnamigen chilenischen Politiker und Diplomaten. Er wurde bereit im Jahre 1926 gegründet und ist nicht nur einer der bekanntesten, sondern auch einer der bestbesuchtesten Nationalparks im ganzen Land. Doch weshalb ist der Park überhaupt so sehenswert?

Die Landschaft ist auch hier durch die durchziehenden Anden, zahlreiche Flüsse und Seen, tosende Wasserfälle, sowie Vulkane geprägt. Das tolle hier ist, dass der Park zahlreiche Wandermöglichkeiten bietet und das nicht nur für erfahrene Bergsteiger! Auch für Familien mit Kindern gibt es Möglichkeiten mit leichteren Schwierigkeitsgraden.

Zudem ist er auch von Puerto Varas aus hervorragend zu erreichen und deswegen auch ein beliebtes Ziel für Tagesausflüge.


Patagonia Nationalpark

Südlich von Coyhaique gelegen, liegt der Parque Nacional Patagonia. Was früher aus ehemaligen Ranchflächen als Rewilding-Projekt anfing, hat sich im Laufe der Jahre zu einer Oase für Pumas, Guanacos, Kondore, Ñandús und den seltenen Huemul entwickelt.

Der Park ist sozusagen ein Modellprojekt zur Renaturierung und wurde von Christine und Doug Tompkins in ein Naturschutzgebiet zurückverwandelt. Der Park steht als Symbol, für Rewilding und zeigt, dass es auch anders geht und Tourismus auch nachhaltig funktionieren kann.

Im Park selbst gibt es mehr als 250 Kilometer Wanderwege, Campingplätze, ein Besucherzentrum und das Casa Museo Lucas Bridges – ein liebevoll gestaltetes Naturkundemuseum. Aufgrund der Abgeschiedenheit des Parks gibt es hier nur eine sehr geringe Lichtverschmutzung – ein idealer Ort also für Hobbyastronomen oder alle, die gerne einmal bei vollkommener Dunkelheit den fantastischen Sternenhimmel Südamerikas genießen wollen.

Besondere Highlights im Patagonia Nationalpark:

  • Laguna Altas Trail – toller Rundwanderweg
  • Avilés Trail – zweitägige Wanderung in abgelegene Gebiete des Parks
  • Wanderung zur Laguna Cerro Cristal – einer türkisblauen Lagune
  • Tierbeobachtung / Wildtierfotografie
  • interaktive Ausstellungen im Besucherzentrum

Bernardo O’Higgins Nationalpark Chile

Besonderheiten im Bernardo O’Higgins Nationalpark:

  • Pío XI Gletscher
  • Fjordlandschaften
  • kalbende Eismassen
  • kaum touristische Infrastruktur, dafür ganz viel authentisches Chile!

Wichtig: Die Anreise ist nur per Boot möglich – Anbieter gibt es ab Puerto Natales!

Fast jeder hat schon einmal vom Perito Moreno Gletscher in Argentinien gehört, oder zumindest ein Foto davon gesehen. Was wenn ich dir sage, dass es auf chilenischer Seite ein Naturmonument gibt, was mindestens genauso gewaltig und eindrucksvoll ist? Die Rede ist vom Nationalpark Bernardo O’Higgins.

Mit knapp 3,5 Millionen (!) Hektar ist er der größte aller Nationalparks in Chile und liegt zugegebenermaßen in einer der abgelegenen und schwierig zu erreichenden Region des Landes. Inmitten der zerklüfteten Fjordlandschaft des südlichen Patagoniens liegt der Park nahe der argentinischen Grenze.

Besonders spektakulär sind hier die Inlandseisfelder aus welchen gigantische Gletscher entspringen, wie beispielsweise der Pío XI – der größte Gletscher Südamerikas außerhalb der Antarktis. Der Gletscher ist übrigens einer der wenigen, der trotz Klimawandel noch wächst – ein wahres Naturwunder, welches es zu erhalten gibt.

Erreichbar ist der Park allerdings nur per Boot ab Puerto Natales. Aber vielleicht ist es genau diese Abgeschiedenheit, die dem Park seinen unvergleichbaren Charme verleiht? Wer weiß. Wir finden jedenfalls trotzdem, dass sich die beschwerliche Anreise lohnt!


Autorin: Alexandra Görgen

Dieser Blogartikel wurde verfasst von unserer Kollegin Alexandra. In diesem und vielen weiteren Artikeln teilt sie ihre liebsten Tipps rund ums Thema Urlaub und Camping an noch unbekannten Reisezielen und somit abseits ausgetretener Touristenpfade mit euch.