Im Mietcamper von Athen rüber auf die Peloponnes: ein Erfahrungsbericht von Alexandra Görgen
Griechenland bietet dem Wohnmobilisten jede Menge wunderbare Eindrücke. Athen ist ein toller Ausgangspunkt, um einen Roadtrip Richtung Peloponnes zu machen. Das besondere an der Halbinsel im Süden Griechenlands ist nämlich, dass hier jeder der vier sogenannten „Finger“ ganz anders ist als die anderen.
Egal was ihr sucht: Ob archäologische Ausgrabungsstätten für historisch Interessierte, feinste, paradiesisch anmutende Sandstrände für die Strandliebhaber oder aber spektakuläre Höhlen- und Klippenwanderungen für Outdoorfans entlang der Mani – auf einem Roadtrip über die Peloponnes ist für jeden Geschmack etwas dabei!

Roadtrip-Etappe 1: Ankunft in Athen

Bereits bei eurer Ankunft in Athen erwartet euch das erste Highlight. Athen selbst ist die erste große Sehenswürdigkeit eurer Reise. Wenn ihr nach der Fahrzeugübernahme noch einen Tag hier verbringen möchtet, um die Stadt zu erleben, bietet sich eine Übernachtung auf dem Campsite Athens an, welcher zentral gelegen und damit einen guten Ausgangspunkt für einen Erkundungstrip durch Athen bietet.
Ein Besuch der Akropolis, welche majestätisch auf dem Berg über der Stadt thront, ist natürlich ein absolutes Muss! Aber auch andere Tempel und historische Bauwerke zieren die Stadt und wollen von euch entdeckt werden. Hierzu gehören u.a. das Dyonisostheater, der Syntagma-Platz, die Agora, das Olympieion und viele mehr.
Etappe 2: Von Athen nach Korinth

Nach einem aufregenden Tag in Athen führt euer Roadtrip euch Richtung Westen. Etwas mehr als eine Stunde entfernt liegt Korinth. Hier ist die Halbinsel Peloponnes nur durch einen schmalen, künstlich angelegten Kanal, dem sogenannten „Isthmus von Korinth“ vom Festland getrennt.
Der Kanal von Korinth ist mit seinen knapp 80m Tiefe, über 6km Länge und lediglich 23m Breite eine faszinierende Sehenswürdigkeit. Den besten Blick auf den Kanal erhascht ihr von der Brücke, die über die Schlucht führt.
Historisch Interessierte sollten hier einen Abstecher zum Antiken Korinth machen, den Tempel des Apollo besuchen, oder auf den Akrokorinth aufsteigen. Vor allem bei Letzerem könnt ihr einen ersten, faszinierenden Ausblick auf die Peloponnes und das, was euch dort erwarten wird, erhaschen.
Etappe 3: Von Korinth nach Methana

Einmal die Brücke über den Isthmus von Korinth überquert, befinden ihr euch auf der Peloponnes. Fahrt Richtung Südosten, führt euer Roadtrip euch auf eine weitere Halbinsel, welche nur über einen schmalen Grat mit der Peloponnes verbunden ist: Methana. Die vulkanisch entstandene Insel zeichnet sich durch ihre vielen Lavadome und schwefelhaltigen Thermalquellen aus.
Früher war Methana ein beliebter Kurort. Die Überreste der Heilbäder sind noch heute vorhanden, aber nicht mehr in Benutzung. Stattdessen kann man nordöstlich des Hafens bei entsprechendem Wasserstand in der frei zugänglichen Thermalquelle „Agios Nikolaos“ baden oder eine Wanderung auf den Vulkan unternehmen.
Etappe 4: Von Methana zum Theater von Epidaurus

Nach den heißen Quellen und Vulkanpfaden von Methana geht der Roadtrip über die Peloponnes weiter Richtung Südwesten zum antiken Theater von Epidaurus. Die kurze Fahrt führt euch durch die typisch griechische Hügellandschaft, vorbei an Olivenhainen und verschlafenen, kleinen Dörfern. Das gut erhaltene, antike Theater bietet Platz für knapp 14.000 Menschen und ist vor allem für seine außergewöhnlich gute Akustik bekannt! Noch heute finden dort regelmäßig Veranstaltungen statt.
Wenn ihr den ganzen Tag Zeit habt, solltet ihr euren Besuch nicht auf das Theater beschränken: Besonders lohnend ist auch ein Spaziergang durch die umliegenden Überbleibsel der Grundmauern des antiken Heiligtums des Asklepios, das früher mit seinen vielen Angeboten für Körper, Geist und Seele ein wahrhaftiger Pilgerort für viele Heilungssuchende war.
Etappe 5: Vom Theater von Epidaurus in die Hafenstadt Nafplio • Peloponnes Roadtrip

Eure nächste Etappe auf eurem Roadtrip über die Peloponnes Halbinsel führt euch in die nahegelegene Hafenstadt Nafplio, eine der romantischsten Städte Griechenlands. Sie war sogar die erste Hauptstadt des modernen Griechenlands! Parkt am besten am Hafen und lasst euch im Anschluss ein wenig durch die charmante Altstadt mit ihren venezianischen und neoklassizistischen Häusern und den kleinen Gassen treiben. Für kulturell Interessierte bietet sich ein Besuch im Komboloi-Museum an.
Besonders eindrucksvoll ist auch die oberhalb der Stadt gelegene Festung Palamidi, für deren Besichtigung ihr knapp 900 Stufen erklimmen müsst, um die atemberaubende Aussicht auf die Stadt und das Meer genießen zu können. Die Anstrengung lohnt sich!
Am Abend lassen sich bei mediterraner Atmosphäre im Hafen leckere lokale Spezialitäten genießen, während die Sonne im Meer versinkt. In unmittelbarer Nähe zur Stadt gibt es einige Campingplätze, auf denen ihr eine Nacht verbringen könnt.
Etappe 6: Von Nafplio nach Monemvasia

Am nächsten Morgen geht es früh weiter zur mittelalterlichen Felsenstadt Monemvasia, etwa zweieinhalb Stunden südlich von Nafplio. Monemvasia, auch das „Gibraltar des Ostens“ genannt, liegt auf einer vorgelagerten Insel und ist über einen schmalen Damm mit dem Festland verbunden.
Auch der Name spielt auf die schmale Verbindung zum Festland an, er stammt aus dem griechischen moni emvasia, was so viel wie „einziger Zugang“ bedeutet.
Den Camper könnt ihr, wenn ihr früh ankommt, auf einem der zahlreichen Parkplätze vor der Altstadt parken. Sobald ihr die autofreie Stadt durch das einzige Stadttor betretet, scheint die Zeit zurückgedreht: Enge Gassen, byzantinische Kirchen und kleine Cafés laden zum Erkunden ein. Der Blick vom oberen Stadtteil auf das tiefblaue Mittelmeer ist spektakulär und verführt einen zum Träumen.
Etappe 7: Von Monemvasia auf die Insel Elafonisos

Von Monemvasia aus führt euch die Route weiter südwestlich zum beschaulichen Küstenort Pounta. Von hier aus könnt ihr ab 25 Euro eine kleine Fähre zur Insel Elafonisos nehmen: Eine kleine paradiesische Insel, die fast komplett als NATURA 2000 Fläche zertifiziert wurde. Die Überfahrt dauert nur wenige Minuten, und auf der Insel angekommen werdet ihr schnell erkennen, weshalb die Insel so schützenswert ist. Blühende Heidelandschaften münden an der Küste in feinste weiße Sandstrände und kristallklares Wasser. Besonders der berühmte Strand Simos ist einen Besuch wert – nicht umsonst gilt er als einer der schönsten Strände Griechenlands. Die Insel ist sowohl für Radfahrer, Wanderer, Wassersportler als auch alle anderen Outdoor-Liebhaber ein absolutes Paradies.
Tipp: Bucht den Aufenthalt auf dem Campingplatz am besten vor der Überfahrt, da die Kapazitäten für Camper vor allem während der Hochsaison schnell ausgeschöpft sind!
Etappe 8: Von Elafonisos zur Diros Höhle • Peloponnes Roadtrip

Nach dem fantastischen Aufenthalt auf der kleinen Insel geht es zurück auf die Peloponnes:
Den nächsten Stopp auf eurem Roadtrip solltet ihr bei den Diros Höhlen einplanen: einer der beeindruckendsten Höhlensysteme in ganz Griechenland.
Die Tropfsteinhöhle und den im Inneren gelegenen Höhlensee erkundet ihr per Boot: In fast schon unheimlicher Stille geleitet euch der Bootsfahrer durch das beeindruckende Labyrinth aus Stalagmiten und Stalaktiten. Je nach Wasserstand in der Höhle kann es sogar passieren, dass ihr den Kopf einziehen müsst! Den letzten Teil der Höhle könnt ihr dann sogar zu Fuß erkunden. Ein absolut besonderer Ort, den ihr euch nicht entgehen lassen solltet, bevor eure Reise euch weiter auf die Spuren von echten Piraten führt.
Etappe 9: Von den Diros Höhlen nach Vathia und zum Tainaron Leuchtturm

Nach der willkommenen Abkühlung in den Diros Höhlen folgt dem Verlauf der wilden und ursprünglichen Küste der Mani-Halbinsel in Richtung Süden. Nächstes Ziel ist das Dorf Vathia, das für seine charakteristischen Steintürme bekannt ist. Die verwinkelten Gassen und die alten Gebäude verleihen dem Ort eine fast mystische Atmosphäre. Kein Wunder, denn Vathia war mal eine Piratenstadt!
Nicht viele nehmen den Weg noch weiter bis „ans Ende der Welt“, dabei ist die Wanderung zum Tainaron Leuchtturm, dem südlichsten Punkt der Peloponnes, besonders schön. Folgt dazu einfach der Beschilderung und parkt den Camper auf dem ausgewiesenen Wanderparkplatz. Von hier aus könnt ihr eine 45-minütige Wanderung durch die windgepeitschte Landschaft unternehmen. Einmal am Leuchtturm angekommen, haltet kurz inne und genießt das endlose Blau des Mittelmeers und die Schönheit der euch umgebenden Landschaft der Mani.
Achtung: Den Sonnenschutz nicht vergessen, denn Schatten gibt es hier weit und breit keinen!
Etappe 10: Vom Tainaron Leuchtturm nach Kalamata

Im Rahmen der nächsten Roadtrip-Etappe bewegt ihr euch nun in Richtung Nordwesten. Die kurvige Straße entlang der Küste nach Kalamata bietet euch Ausblicke, bei denen euch sicher das ein oder andere Mal vor Begeisterung der Atem stocken wird.
Gourmets sind hier gut aufgehoben, denn die zweitgrößte Stadt der Peloponnes ist unter anderem bekannt für ihre äußerst schmackhaften Oliven. Lasst euch durch die hübsche Altstadt treiben oder entdeckt den belebten Marktplatz mit seinen vielen traditionellen Geschäften und Restaurants. Für einen wirklich authentischen Eindruck in die griechische Kultur empfehle ich euch den Besuch des Wochenmarktes.
Insgesamt ist die Stadt perfekt, um noch ein wenig urbanes Flair aufzusaugen, bevor es für euch wieder in ruhigere Gefilde geht.
Etappe 11: Von Kalamata zur Voidokilia Bucht • Peloponnes Roadtrip

Strandliebhaber aufgepasst! Die nächste Etappe führt zur Voidokilia Bucht, einer der außergewöhnlichsten Buchten Griechenlands. Nicht nur die ungewöhnliche Form, die an das griechische Omega oder ein Hufeisen erinnert, sondern auch das smaragdgrüne Wasser machen diesen Ort zu einem beliebten Fotomotiv.
Ein Highlight ist die kurze, ca. 30-minütige Wanderung zur Ruine der Burg Navarino, von wo aus man einen fantastischen Ausblick über die „Ochsenbauchbucht“ und die Lagune genießen kann, in der sich zahlreiche Wasservögel tummeln. Zum richtigen Zeitpunkt kann man hier in der Voidokiliabucht übrigens die Karettaschildkröten beim Schlupf beobachten.
Dieser Ort bietet den perfekten Kontrast zum quirligen Kalamata. Auf den naturnahen Campingplätzen im Süden der Lagune könnt ihr entspannt verweilen und nachts sogar die Schakale aus den Bergen heulen hören.
Etappe 12: Von der Voidokilia Bucht zum antiken Olympia

Euer Roadtrip über die Peloponnes neigt sich dem Ende zu: Im Rahmen der letzten Etappe gelangt ihr zum antiken Olympia, dem Geburtsort der Olympischen Spiele, bevor es schließlich zurück nach Athen geht. Die Ruinenstätte von Olympia liegt nur etwa eine Stunde von der Voidokilia Bucht entfernt. Sie ist nach wie vor eine der beeindruckendsten archäologischen Stätten Griechenlands.
Hier könnt ihr unter anderem die Überreste des Tempels des Zeus, das historische Stadion, in welchem die ersten Olympischen Spiele stattfanden oder auch das Archäologische Museum von Olympia erkunden. Langeweile kommt hier auf keinen Fall auf!
Abschluss des Peloponnes Roadtrips in Athen

Der Besuch von Olympia ist ein toller Abschluss der Reise, da ihr dort die perfekte Mischung aus Natur und Geschichte erlebt. Nach diesem eindrucksvollen Abstecher fahrt ihr an der Nordküste der Peloponnes zurück nach Athen. Die Route bietet euch eine landschaftlich reizvolle Fahrt durch kleine Dörfer entlang der malerischen Küste.
Bei einem leckeren Abendessen in Athen können ihr eure erlebnisreiche Wohnmobilreise über die Peloponnes noch einmal Revue passieren lassen, bevor ihr die Heimreise antretet.

Autorin: Alexandra Görgen
Dieser Erfahrungsbericht wurde verfasst von Alexandra Görgen, die quasi mit dem Camper-Gen auf die Welt gekommen ist. Bereits seit ihrer Kindheit zieht es sie immer wieder ans Mittelmeer und so auch nach Griechenland.
Gerne hilft sie euch bei der Suche nach einem passenden Gefährt für eure Wohnmobil-Reise durch Griechenland, denn sie kennt sich vor Ort bestens aus und weiß worauf es ankommt!