Eine erlebnisreiche Camper-Reise durch die Türkei
Wenn ich mein bisher liebstes Reiseland nennen müsste, würde die Wahl ganz klar auf die Türkei fallen: Die Türkei bietet mit ihrer reichen Kultur, den abwechslungsreichen Landschaften und einer faszinierenden Geschichte die besten Voraussetzungen für eine Camper-Reise.
Starten kann man mit dem Mietcamper an der Wohnmobil-Vermietstation in Antalya. Ab da erwartet euch eine Mischung aus türkisblauem Meer mit feinsten Stränden, antiken Stätten, quirligen Orten und einzigartigen Naturphänomenen. Dieser Roadtrip durch die Türkei führt in zehn Etappen von der Mittelmeerküste bis ins magische Kappadokien.

Etappe 1: Start in Antalya: die Perle der türkischen Riviera

Der Roadtrip beginnt in Antalya. Die Stadt ist mit seiner historischen Altstadt Kaleiçi ein idealer Startpunkt, denn dort bekommen man ein erstes Gefühl für all das, was eimen in den nächsten Tagen erwarten wird.
Lasst euch durch die engen Gassen treiben, bestaunt osmanische Bauwerke, besucht das Hadrianstor und genießt von einem der vielen tollen Cafés den Blick auf den schmucken Hafen.
Macht unbedingt auch einen Abstecher zum Konyaalti-Strand und nutzt die Gelegenheit für eine entspannte Pause. Übernachten kann man gut auf einem Campingplatz nahe der Stadt, um morgens ausgeruht Richtung Westen aufzubrechen.
Roadtrip-Etappe 2: Von Antalya zu den ewigen Feuern von Chimaera

Von Antalya aus geht führt euer Roadtrip entlang der wunderschönen Mittelmeerküste nach Çıralı, einem idyllischen Küstenort, welcher direkt am Fuße des höchsten Bergs der türkischen Riviera liegt: dem Olympos.
Wenn man sich auf einem der Campingplätze am Çıralı Beach einquartiert, ist das der ideale Punkt für eine aufregende Wanderung, zu der man unbedingt eine Packung Marshmallows mitnehmen sollte.
Es geht zu den „ewigen Feuern“ von Chimaera: Flammen, die aus dem Boden steigen und seit Jahrhunderten lodern. Der Aufstieg zum Feuerplatz in der Dämmerung ist ein magisches Erlebnis. Vergesst aber wirklich nicht die Marshmallows zum Grillen und eine aufgeladene Taschenlampe für den Rückweg!
Etappe 3: Weiter zur Patara-Düne

Die Reise führt weiter entlang der lykischen Küste zur Patara-Düne. Der endlos wirkende Sandstrand und die hohen Dünen bieten eine spektakuläre Szenerie.
Beobachtet den traumhaften Sonnenuntergang vom Kamm der Düne aus: mit ein wenig Glück kann man hier das Phänomen des „Greenflash“ beobachten. Ein grüner Blitz, der durch atmosphärische Refraktion das grüne Licht der Sonne in dem Moment sichtbar macht, in welchem sie im Meer zu versinken scheint.
Patara ist aber nicht nur landschaftlich absolut beeindruckend, sondern auch historisch bedeutsam: Ein Besuch der Ruinen der antiken Stadt Patara mit dem eindrucksvollen Amphitheater lohnt sich nicht nur für historisch Interessierte.
Etappe 4: Von Patara nach Pamukkale

Ein längerer Fahrtag über die hervorragend ausgebauten Autobahnen der Türkei bringt einen ins Landesinnere, zu den weltberühmten Kalksinterterrassen von Pamukkale. Die schneeweißen Becken mit ihrem warmen, mineralhaltigen Wasser sind ein unvergesslicher Anblick und ein absolutes Must-See auf eurem Roadtrip durch die Türkei.
Neben den Terrassen lohnt sich auch ein Besuch der antiken Stadt Hierapolis, die direkt oberhalb liegt. Nach einem langen Tag dort auf dem Gelände kann man sich im Cleopatra-Thermalbad entspannen und ein wärmendes Bad genießen.
Übernachtungsmöglichkeiten gibt es in der Nähe der Sehenswürdigkeiten.
Roadtrip-Etappe 5: Pamukkale und optional ein Abstecher nach Ephesus

Für diejenigen, die etwas mehr Zeit haben, ist ein Abstecher nach Ephesus eine Herzensempfehlung, denn dort findet sich eine der beeindruckendsten Ausgrabungsstätten der Antike.
Schlendert auf der Prunkmeile der antiken Metropole, und bewundert unter anderem Sehenswürdigkeiten wie die Celsus-Bibliothek, das große Theater oder den Tempel der Artemis.
Die überdachten Ausgrabungen der Terrassenhäuser in Ephesus sind ebenfalls sehenswert. Hier wird man allerdings in teils schwindelerregender Höhe über Glasstege geführt. Nichts für schwache Nerven also!
In näherer Umgebung finden sich zahlreiche Campingplätze, auf denen man gut übernachten kann, bevor der Roadtrip euch weiter in Richtung Kappadokien führt.
Etappe 6: Von Ephesus Richtung Kappadokien (Übernachtung am Tuz Gölü Salzsee)

Ein beeindruckender Zwischenstopp auf eurem Roadtrip bietet sich am Tuz Gölü an, einem riesigen Salzsee, der besonders bei Sonnenuntergang ein tolles Fotomotiv abgibt. Mit ein wenig Glück kann man hier die hübschen türkischen Rosaflamingos beobachten, weswegen ich allen die hierher kommen wollen empfehle, ein Fernglas dabei zu haben!
Dieser ruhige, fast surreal wirkende Ort macht einem die Weiten der Türkei bewusst und eignet sich perfekt für eine ruhige Übernachtung im Camper.
Etappe 7: Ankunft in Kappadokien und dem Göreme Nationalpark

Nach der Ankunft in Kappadokien taucht man unmittelbar ein in eine der faszinierendsten Landschaften der Welt. Das Zentrum und einer der meistbesuchten Orte in Kappadokien ist die Nationalparkhauptstadt Göreme.
Von Göreme aus kann man fußläufig die typischen Tuffsteinformationen und Feenkamine erkunden, welche das Landschaftsbild prägen. Nicht nur einfache Höhlen kann man bestaunen, sondern auch in Stein geschlagene Kirchen und Klöster.
Zum Campen ist die gesamte Region traumhaft und bietet viele tolle Spots zum Freistehen mit dem Wohnmobil. Egal für welchen Platz man sich entscheidet: Einen tollen Blick in die bunten Täler mit skurrilen Felsformationen hat man jederzeit.
Meine Highlights: Heißluftballonfahrt und Besuch des Love Valley


Ein absolutes Highlight meiner Roadtrips durch die Türkei war die Heißluftballonfahrt über die magischen Täler von Kappadokien, weswegen ich jedem der einmal nach Kappadokien reist, eine solche Fahrt unbedingt ans Herz lege.
Im Morgengrauen über das märchenhafte Love und Rose Valley und einen der schönsten Sonnenaufgänge aus luftigen Höhen zu genießen, die man je erleben wird.
Nicht nur von oben sieht das Ganze spektakulär aus. Auch zu Fuß, mit dem Quad oder auf dem Rücken eines Pferdes kann man die Schönheit der Täler auch nach der Heißluftballonfahrt aus nächster Nähe bewundern.
Möchte man die Landschaft besonders intensiv erleben und abseits der Touristenströme unterwegs sein, empfehle ich einen privaten Ausritt. Mit dem Pferd gelangt man an Stellen in Kappadokien, wo sonst nur die wenigsten Urlauber hingelangen.
Besonders eine Wanderung ins Rose Valley und Pigeon Valley lohnt sich, denn dort kann man spannende Höhlenmalereien und in Tuffstein geschlagene Wohnungen und sogar ganze Kirchen besichtigen und sogar hineingehen!
Derjenige, der bis tief ins Tal wandert, stößt auf eine kleine Bar, wo es frisch gepressten Orangen- und Granatapfelsaft zu kaufen gibt.
Etappe 9: Die Untergrundstadt Derinkuyu

Die nächste Sehenswürdigkeit ist definitiv nichts für Menschen mit Platzangst, denn der nächste Stopp der Reise führt einen in eine der Untergrundstädte Kappadokiens, und zwar nach Derinkuyu.
Dieses Labyrinth aus Tunneln und Kammern erstreckt sich über acht Stockwerke in die Tiefe und ermöglicht einen faszinierenden Einblick in die Vergangenheit der Region. Fast wie ein Ameisenbau schlängeln sich die Gänge durch die Erde.. Unfassbar, welch architektonische Fähigkeiten die Menschen damals bereits besessen haben müssen, um ein verwinkeltes Meisterwerk wie dieses zu erschaffen.
Zwar weiß man bis heute relativ wenig über den Zweck der Untergrundstädte, dennoch ist der Besuch ein spannender Kontrast zu den offenen Landschaften von Kappadokien.
Etappe 10: Von Kappadokien bis nach Konya

Der Roadtrip neigt sich allmählich dem Ende zu. Auf dem Weg zurück nach Antalya sollten man einen Zwischenstopp in Konya, der spirituellen Hauptstadt der Türkei, einlegen. Die Stadt bietet ein reiches kulturelles Erbe.
Besuchen sollte man dort das Mevlana-Museum, das Mausoleum des berühmten Sufi-Dichters Rumi. Die türkisfarbene Kuppel und die ruhige Atmosphäre verleihen diesem Ort seine anmutige Atmosphäre. Sehenswert ist außerdem die Allaeddin-Moschee, welche eine der ältesten Moscheen der Türkei ist.
Nachdem man sich mit einem Etli Ekmek gestärkt hat, kann man entweder das Karatay-Museum mit den vielen seldschukischen Fliesen und Keramiken erkunden oder aber eine kleine Pause einlegen, bevor man am Abend an einer traditionellen Sema-Zeremonie der Derwische teilnimmt. Insgesamt ist die Stadt perfekt, um noch ein wenig urbanes Flair aufzusaugen, bevor es wieder in ruhigere Gefilde geht.
Etappe 11: Von Konya zurück nach Antalya

Die letzte Etappe führt durch die spektakuläre Gebirgslandschaft Anatoliens zurück nach Antalya. Der Rückweg bietet Gelegenheit, die vielen Eindrücke der ereignisreichen Reise zu verarbeiten und noch einmal die Vielfalt der türkischen Landschaft zu genießen.
In Antalya angekommen, kommt man noch einmal in den Genuss der türkischen Gastfreundschaft. Den Tag kann man bei einem traditionellen Essen in einem der vielen Restaurants ausklingen lassen, bevor man am nächsten Tag den Camper zurückbringt und sich auf den Rückflug begibt.
Fazit: Lohnt sich ein Camper-Roadtrip durch die Türkei?
Ja, definitiv! Die Türkei hat einfach eine enorme Vielfalt zu bieten: sowohl kulturell, landschaftlich als auch kulinarisch. So viel, dass es quasi für eine einzige Reise zu viel ist. Deswegen sollte man sich am besten auf eine Region beschränken und nicht dem Drang verfallen, alles auf einmal sehen zu wollen.
Dann lieber mehrere Reisen in die Türkei planen und die einzelnen Regionen besonders intensiv erkunden. Aber was rede ich da? Wer einmal in der Türkei war, der wird ganz automatisch nach seiner Rückkehr ins Heimatland vom Fernweh gepackt.
Diese Blogartikel aus unserem Reisemagazin könnten dir ebenfalls gefallen:
- Unbekannte Reiseziele in Europa: Reiseziele für Camper abseits der Touristenmassen
- 10 Anfängerfehler beim Camping und wie du sie vermeidest
- Wohnmobil Packliste

Autorin: Alexandra Görgen
Dieser Blogartikel wurde verfasst von unserer Kollegin Alexandra. In diesem und vielen weiteren Artikeln teilt sie ihre liebsten Tipps rund ums Thema Urlaub und Camping an ihren liebsten Reisezielen.
