Das Thema Wohnmobilreisen boomt – seit Corona ist Urlaub mit dem Camper noch einmal beliebter geworden und bei vielen Menschen in den Fokus gerückt. Die Kombination aus Flexibilität, Freiheit und Nähe zur Natur begeistert immer mehr Menschen, unter anderem dich, sonst wärst du wahrscheinlich nicht auf unserem Artikel gelandet!

Wer bereits Gefallen am Reisen mit dem Wohnmobil gefunden hat kommt also früher oder später an den Punkt wo man sich fragt: soll ich ein Wohnmobil mieten oder kaufen? Und ab wann lohnt sich ein Wohnmobilkauf überhaupt?

Die Entscheidung, sich ggf. ein eigenes Wohnmobil zuzulegen, will gut überlegt sein, weswegen wir dir mit diesem Artikel eine kleine Entscheidungshilfe bereitstellen möchten. Während der Kauf zunächst wie eine Investition scheint, bietet das Mieten deutlich mehr Flexibilität – vor allem für Einsteiger und Gelegenheitsurlauber. Egal was gerade in deinem Kopf vorgeht und welche Fragen du dir stellst: hier findest du sicherlich einige Antworten!

Diese Faktoren solltest du in deine Entscheidungen mit einfließen lassen:

Persönlichen Lebensstil & Reiseverhalten

Ob du ein Wohnmobil mieten oder kaufen solltest, hängt von vielen Faktoren ab. Unter anderem von deinem persönlichen Lebensstil und deinem bisherigen Reiseverhalten. Bevor du dich also mit Zahlen, möglichen Modellen oder gar Wartungsverträgen beschäftigst, solltest du eine Frage ganz ehrlich und reflektiert beantworten: Wie oft möchtest oder kannst du tatsächlich mit dem Wohnmobil unterwegs sein?

Viele Einsteiger brennen für das Thema und träumen von der großen Freiheit auf vier Rädern. In der Praxis nutzen sie das Fahrzeug dann aber nur einige Wochen im Jahr – wenn überhaupt.

Mal ist das Wetter nicht optimal, die verbleibenden Urlaubstage begrenzt, oder andere Verpflichtungen kreuzen die Reisepläne. In solchen Fällen entpuppt sich dann das heißbegehrte Wohnmobil als teure Fehlinvestition. Ein Wohnmobil was 48 von 52 Wochen im Jahr ungenutzt herumsteht verursacht nämlich, entgegen der ersten Annahme, trotzdem einige Kosten! Bei Mietfahrzeugen sieht das anders aus: du zahlst nur die Zeit, die du wirklich nutzt. Zudem kannst du je nach Reiseziel das passende Fahrzeug auswählen: Island mit dem Allradcamper, Spanien mit dem Familienmobil oder Australien im Campervan.

Auch berufliche und familiäre Lebensphasen spielen bei der Entscheidung eine Rolle. Wenn du beruflich an einen vor Ort Job gebunden bist oder noch Kinder hast, bist du eventuell weniger flexibel als wenn du dich bereits im Ruhestand befindest.

Kostenvergleich: Wohnmobil mieten oder kaufen?

Ein weiteres zentrales Entscheidungskriterium, bei der Frage ob du ein Wohnmobil mieten oder kaufen solltest, ist natürlich der Preis, bzw. ob du dir das Ganze überhaupt leisten kannst. Auf den ersten Blick scheint ein Kauf attraktiver zu sein, als ein Mietfahrzeug, denn wer ein eigenes Wohnmobil besitzt, spart auf Dauer natürlich die Mietkosten. Das ist allerdings eine Milchmädchenrechnung! Denn wer genauer hinschaut, wird schnell erkennen (oder errechnen), dass der Kauf vor allem als Gelegenheitsnutzer teurer ist. Doch wieso ist das so?

Kauf: Hohe Einstiegskosten, laufende Belastung, schneller Wertverlust

Ein neues Wohnmobil kostet je nach Ausstattung, Größe und Marke zwischen 50.000 und 90.000 Euro – nach oben sind kaum Grenzen gesetzt. Selbst gebrauchte Fahrzeuge schlagen schnell mit 30.000 bis 50.000 Euro zu Buche. Dazu kommen jährliche Kosten für Versicherung, Wartung, TÜV, Reparaturen, Winterlagerung und gegebenenfalls Finanzierung. Nicht zu vergessen: der Wertverlust. Wohnmobile verlieren bereits in den ersten Jahren erheblich an Marktwert, vor allem wenn sie nicht regelmäßig gepflegt oder modernisiert werden.

Selbst wenn du das Fahrzeug häufiger nutzt, lohnt sich der Kauf nur bei einer sehr intensiven Nutzung – also bei 12 Wochen Urlaub oder mehr pro Jahr über mehrere Jahre hinweg. Und auch dann solltest du bereit sein, dich um alles selbst zu kümmern: Pflege, Instandhaltung, Ersatzteile, Ausstattung.

Miete: Besser kalkulierbar, bedarfsabhängige Kosten

Beim Mieten eines Wohnmobils bezahlst du ausschließlich die Zeiten, in denen du das Wohnmobil nutzt. Ob ein verlängertes Wochenende an der Mosel, zwei Wochen Sommerurlaub an der Adria oder eine Rundreise durch Österreich im Herbst: die Kostenkontrolle liegt voll in deinen Händen. Keine Versicherung, keine Wartung, keine Langzeitverpflichtung. Gerade für Familien und Paare oder Teilzeit-Abenteurer, die nur gelegentlich im Jahr verreisen, ist das wirtschaftlich deutlich sinnvoller.

Plump gesagt, für alle die nicht mindestens 12 Wochen und mehr unterwegs sind, ist Mieten die deutlich entspanntere Lösung. Mieten spart hohe Anschaffungskosten und zusätzliches Geld bei dem was bei einem eigenen Wohnmobil alles fällig würde. Mehr dazu aber in den folgenden Punkten!

Aufwand und Verantwortung

Wer kein eigenes Wohnmobil besitzt, sondern sich im Bedarfsfall ein passendes Fahrzeug mietet, muss sich über Wartung und Instandhaltung keine Sorgen machen. Das übernimmt der Anbieter. Das Fahrzeug wird also technisch geprüft und auch in einem sonst gut gepflegten Zustand übergeben. Auch nach der Reise kannst du das Fahrzeug einfach zurückgeben und musst dir keinerlei Gedanken über den Austausch von Verschleißteilen wie Bremsen, Reifen oder Kupplung machen.

Anders sieht das Ganze natürlich aus, wenn du dich für einen Kauf entscheidest. Je nachdem in welcher Saison und in welche Zielgebiete du verreist musst du einen zweiten Reifensatz für dein Wohnmobil bereithalten. Zudem solltest du zusätzlich zur Finanzierungsrate Kosten zur Pflege und Wartung, sowie TÜV und ggf. Gasprüfung beiseite legen.

Wenn du einmal ungeplant in die Werkstatt musst, sollte dir bewusst sein, dass die Arbeitsstunden für Fahrzeuge in Wohnmobilgröße hochpreisiger sind, als die für einen normalen PKW. Du siehst also: die Kosten „leppern“ sich! Um obligatorische Dinge wie die Reinigung vor und nach dem Urlaub, das aufwendige Reinigen des Wassertanks oder das Ablassen von Ad Blue bei längeren Standzeiten, um ein verkalken der Leitungen zu verhindern, musst du dich ebenfalls selbst kümmern. Auch das ist mit Zeit und Kosten verbunden.

Flexibilität und Modellvielfalt – was ist praktischer? Wohnmobil mieten oder kaufen?

Je nach Reiseziel oder Saison können unterschiedliche Fahrzeuge Sinn machen – Möchtest du nach Spanien oder Griechenland fahren, dann ist das auch mit einem normalen, beispielsweise teilintegrierten Wohnmobil kein Problem. Die Straßen sind breit genug und meistens befestigt. Ausflüge mit dem Camper ins isländische Hochland oder die Wüste Namibias hingegen erfordern andere Ausstattungsmerkmale, wie zum Beispiel einen niedrigen Fahrzeugschwerpunkt und Allradantrieb.

Auch die jetzige Familiensituation kann sich ändern. Wenn grade womöglich noch Kinder mitreisen, sind diese irgendwann groß und wollen nicht mehr mit den Eltern in Urlaub fahren. Eventuell wird das Fahrzeug für weniger Personen dann in Zukunft zu groß sein.

Wenn du ein Wohnmobil oder einen Camper kaufst, legst du dich also im Vorhinein auf ein Modell fest und bist dadurch weniger flexibel bei deiner Urlaubsplanung. Auf Dauer kann es sein, dass das Modell einfach nicht mehr zu deinen Bedürfnissen passt. Wenn du bedarfsgerecht dein Wohnmobil oder deinen Camper mietest, bist du nicht nur flexibler, sondern profitierst über die Jahre auch davon, dass die meisten Anbieter ihre Flotten regelmäßig erneuern. Flottenfahrzeuge werden meist nach ca. 3 Jahren ausgetauscht, die Mietfahrzeuge sind also neuwertig, modern und gut gepflegt.

Du willst mehr über die Modellvielfalt in der Welt der Wohnmobile erfahren? Unser Team ist für dich da!

Unser gesamtes Rent A Camper-Team besteht aus erfahrenen Camper:innen. Wir alle haben bereits zahlreiche Reisen mit Mitfahrzeugen oder den eigenen Wohnmobilen hinter uns. Nimm gerne Kontakt zu uns auf, falls du dir unsicher bist, welches Wohnmobil am besten zu dir und deinen Reisewünschen passt.

Stellplatz und Lagerung

Die Überschrift dieses Faktors spricht eigentlich schon für sich, dennoch wollen wir an dieser Stelle kurz darauf eingehen. Es ist offensichtlich, dass nicht jeder einen eigenen Carport hat, wo das eigene Wohnmobil für durchschnittlich 48 Wochen im Jahr kostenfrei untergestellt werden kann. Wenn du also keine eigenen Kapazitäten hast, musst du dich um eine Unterstellmöglichkeit für dein Fahrzeug bemühen. Im Schnitt dürfte dieser mit 50 bis 100 Euro pro Monat zu buche schlagen. Das sind satte 600 – 1200 euro pro Jahr, nur dafür, dass das Wohnmobil irgendwo parken kann!

Bei Mietwohnmobilen hast du damit natürlich nichts zu tun. Du kommst zur Vermietstation, wenn du das Fahrzeug übernehmen möchtest und gibst es nach deiner Reise wieder dort ab, fertig!

Wertverlust und Wiederverkauf

Ein Wohnmobil ist, ähnlich wie ein Auto, ein Gebrauchsgegenstand, der kontinuierlich an Wert verliert. Besonders in den ersten Jahren, direkt nach dem Kauf, ist der Wertverlust am größten: Bei einem Neufahrzeug mit einem fiktiven Neupreis von 70.000 Euro kann der Marktwert nach drei Jahren bereits auf 50.000 bis 55.000 Euro sinken. Das entspricht einem Wertverlust von etwa 20-30 %.

Nach 5 Jahren liegen viele Modelle nur noch bei rund 60 % des ursprünglichen Kaufpreises. Wenn du dein Fahrzeug besonders intensiv genutzt hast, fällt der Wertverlust oft noch deutlicher aus. Auch Fahrzeuge mit wenig gefragten Grundrissen sind schwieriger wieder zu verkaufen und haben oft einen noch höheren Wertverlust.

Zudem schwanken Marktwerte aufgrund äußerer Faktoren. Corona hat die Preise in die Höhe getrieben, während nun, fast 5 Jahre später, viele ihr Wohnmobil wieder abstoßen und dadurch den Markt mit einem großen Angebot fluten. Du merkst also: eine sichere Wertanlage ist ein Wohnmobil wohl kaum.

Wenn du dich hingegen dafür entscheidest, ein Wohnmobil zu mieten, musst du dir über den Wertverlust keinerlei Sorgen machen. Also auch hier 1:0 für Mietfahrzeuge.

Umweltaspekte: Was ist umweltfreundlicher? Wohnmobil mieten oder kaufen?

Wer ein Wohnmobil mietet, nutzt das Fahrzeug selbstverständlich nur dann, wenn er es auch wirklich benötigt. Er teilt sich eine vorhandene Ressource mit anderen Reisenden. Das wiederum reduziert den ökologischen Fußabdruck enorm!

Wie genau ist das zu erklären? Ganz einfach: Indem weniger Fahrzeuge insgesamt produziert, unterhalten und bewegt werden, verringert sich der CO2 Fußabdruck. Zudem arbeiten Mietflotten mit modernen Fahrzeugen, die den aktuellsten Abgasnormen entsprechen und damit umweltfreundlicher unterwegs sind.

Beim Kauf eines eigenen Campers steht das Fahrzeug hingegen die meiste Zeit des Jahres ungenutzt herum, verursacht aber indirekt Emissionen durch Herstellung und Wartung. Für Gelegenheitsnutzer gewinnt im Vergleich also auch hier das Mietwohnmobil, da dies die nachhaltigere Variante darstellt.

Schon gewusst? Wenn du bei Rent A Camper ein Fahrzeug mietest, hast du die Möglichkeit durch einen kleinen Beitrag eine CO2-Kompensation zu unterstützen. Das Geld geht dann 1:1 an die NGO Atmosfair – diese reinvestiert dann diesen Betrag (der abhängig von deinem Reisepreis errechnet wird) in Klimaschutzprojekte, die der Reduktion von Treibhausgasen dienen.

Wann lohnt sich der Kauf trotzdem?

Trotz der vielen scheinbaren Nachteile gibt es aber dennoch Situationen in denen sich ein Kauf dennoch lohnt. Bestimmte Reisende, die sicherlich mehrmals im Jahr verreisen oder auch einfach über lange Zeiträume hinweg unterwegs sind (mindestens 12-16 Wochen im Jahr!), sparen mit einem eigenen Camper im Vergleich zu Mietwohnmobilen Geld.

Auch für Menschen, die die Möglichkeit haben, jederzeit spontan losfahren zu können, ist ein eigenes Fahrzeug natürlich ein unschlagbarer Vorteil. Denn grade in der Hauptsaison kann es je nach Region schwierig sein, noch ein Mietfahrzeug zu ergattern – zusammengefasst haben Reisende dann keine Buchungsfristen oder Verfügbarkeitsprobleme.

Zudem kann man das eigene Fahrzeug natürlich an die individuellen Bedürfnisse anpassen – das fängt bei der Innenausstattung an und reicht hin bis zu zusätzlichen Solarpanelen, Fahrrad- oder Dachgepäckträgern.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass ein eigener Camper für Langzeitreisende nicht nur eine finanzielle, sondern auch eine emotionale Investition ist und sich daher lohnt.

Fazit: Wohnmobil mieten oder kaufen?

Für alle Einsteiger, gelegentliche Nutzer und Reisende, die gerne flexibel bleiben möchten, sind Mietfahrzeuge ganz eindeutig die bessere Wahl. Man geht keine langfristigen Verpflichtungen ein und profitiert von modernen, top ausgestatteten Fahrzeugen, die jederzeit einsatzbereit sind: kein Wartungsstress und keine hohen Anschaffungskosten.

Ein Kauf lohnt sich hingegen nur für passionierte (und erfahrene) Dauercamper, die mit einer klaren Nutzungsperspektive eine solche Investition tätigen.

Wir von Rent A Camper arbeiten mit über 50 Vermietern auf 5 Kontinenten zusammen und bieten Interessierten flexible, komfortable und technisch einwandfreie Mietlösungen. Perfekt geeignet für individuelle Abenteuer, bei denen man sich voll und ganz auf das Reiseerlebnis konzentrieren kann, ohne dabei an den nächsten Werkstatttermin denken zu müssen!

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Autorin: Alexandra Görgen

Dieser Blogartikel wurde verfasst von unserer Kollegin Alexandra. In diesem und vielen weiteren Artikeln teilt sie ihre liebsten Tipps rund ums Thema Urlaub und Camping an noch unbekannten Reisezielen und somit abseits ausgetretener Touristenpfade mit euch.